EU-Abgeordnete starten Initiative gegen die Trophäenjagd

Eine Initiative verschiedener EU-Abgeordneter attackiert die Trophäenjagd – wird sie zur Bedrohung der Jagd allgemein?

Bereits am 18. Januar war die schriftliche Erklärung, die von zwölf EU-Abgeordneten unterzeichnet wurde, veröffentlicht worden, die in sechs Punkten darlegen soll, warum die Trophäenjagd nicht nur abzulehnen sei, sondern warum die Einfuhr von Trophäen auch verboten gehöre.

1.     Die Erde befindet sich in einer sechsten Phase des Artensterbens, bei der Tierarten mehr als 100 mal schneller aussterben als gewöhnlich (Anm. d. Redaktion: Gibt es ein gewöhnliches Artensterben?). Schätzungen reichen von 500 bis 36.000 Arten pro Jahr

2.     Das Artensterben ist hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten ausgelöst worden. Die Trophäenjagd trägt zu dem Verlust von Symbolarten bei und Behauptungen die Gewinne aus der Trophäenjagd kämen dem Artenschutz und der lokalen Wirtschaft zu Guten wurden wissenschaftlich als falsch entlarvt (Anm. d. Redaktion: Ein Nennung dieser Studien wäre hilfreich)

3.     Die EU ist der Ursprung eines Hauptanteils der Trophäenjäger und eine der Hauptzielorte für Trophäen. Zwischen 2004 und 2013 wurden mehr als 27.000 Trophäen aus Afrika und Amerika nach Europa importiert. Offensichtlich sind die momentanen Regulationen nicht ausreichend und nur unzureichend ausgeführt.

4.     Für Einfuhrgenehmigungen müssen die zuständigen Behörden bestimmen ob die Jagd schädlich für Population einer der Arten im Anhang B der EU Wildtier-Handelsbestimmung ist und ob sie zum Schutz von Arten in Anhang A beiträgt. Dies ist zurzeit nicht ausreichen definiert.

5.     Der Rat und die Kommission werden aufgerufen alle Möglichkeiten zu untersuchen um alle Trophäenimporte in die EU zu beschränken um eine zuverlässige Durchsetzung der Regulationen in den Mitgliedsstaaten zu sichern und Länder zu überzeugen, die Genehmigungen zur Trophäenjagd erteilen ohne ihren Einfluss auf Arten- und Tierschutz genügend zu berücksichtigen, diese Praxis nicht mehr fortzuführen.

6.     Diese Erklärung zusammen mit den Namen der Unterzeichner wurde an den Rat und die Kommission weitergeleitet.

Noch bis zum 18. April können weiter EU-Abgeordnete die Erklärung unterzeichnen, bevor sie dem Europäischen Rat und der EU-Kommission vorgelegt wird. Dort könnte sie die Grundlage für neue Gesetze und Artenschutzregelungen werden. Denn interessant ist, dass offenbar bewusst unklar formuliert wurde. So heißt es nicht nur, dass die Trophäen bedrohter Arten nicht mehr eingeführt werden sollen, sondern auch solche deren Jagd bedrohte Arten beeinflussen könnte. Des weiteren ist nicht nur von Artenschutz die Rede sondern auch von Tierschutz (Animal walfare). Somit bleibt das Anliegen nicht länger eines gegen die Jagd auf bedrohte Arten, sondern wird ein Angriff auf die Jagd selbst.
 
Damit scheint die Aktion teil einer weitreichend geplanten und gut koordinierten Initiative gegen die Trophäenjagd im Speziellen und die Jagd im Allgemeinen zu sein.
Anfang März findet eine Konferenz der holländischen EU-Präsidentschaft zum Thema internationaler Artenschutz statt. Nichtregierungsorganisationen werden auch dort wieder auf Einfuhrverbote drängen.