Günstige Wildkamera – die Maginon WK-4HDW im Test

Günstige Wildkameras müssen nicht zwingend schlecht sein, doch was leisten die verschiedenen Modelle wirklich? In diesem Beitrag stellen wir Ihnen ein Modell der Marke Maginon vor, das wir im Waldrevier getestet haben.

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Die IR-Einstellung auf niedrigster Stufe, das Blinken der blauen Diode entfällt. Fotos: Redaktion

Günstige Wildkamera – geht das?

Welche günstigen Wildkameras gibt es und taugen die etwas? Diese Frage haben wir uns unlängst gestellt und dazu gleich ein erstes Modell getestet. Viele von uns haben bereits das gesamte Revier auf Funkkameras umgerüstet, aber es gibt auch Gründe bei günstigeren, herkömmlichen Modellen zu bleiben. Entweder gibt es nicht ausreichend Empfang an der vielversprechenden Suhle, am starken Wechsel oder es handelt sich um einen Standort, an dem bereits häufiger Kameras gestohlen wurden, all das sind Gründe die dafür sprechen, sich für eine günstige Wildkamera zu entscheiden.

Auch bei Sauwetter machte die günstige Wildkamera verwertbare Bilder.

Maginon WK-4HDW

Die Maginon WK-4HDW Wildkamera ist ein solches, relativ preisgünstiges Modell. Erhältlich ist sie bei Aldi sowie bei anderen Discountern, wobei die Preise je nach Anbieter etwas variieren. Erhältlich sind die Farben „Tarnfarben“ und Grau, wobei wir uns für die tarnfarbene Version entschieden haben. Gehäuse und Verschluss machen einen robusten Eindruck, was sich auch beim Ausrüsten mit Batterien sowie beim Kontrollieren der SD-Karte bestätigte. Das Gehäuse ist robust, schützt die Kamera auch bei Starkregen und Schneesturm, sodass wir keinerlei Defekte zu verzeichnen hatten. Der Hersteller wirbt mit einem hochauflösenden Sensor der Videoaufnahmen in Full-HD 1920 x 1080 Pixel Auflösung inklusive Ton und in Farbe. Die Nachtaufnahmen werden über die 42 IR-LEDs erzeugt und in Schwarz-Weiß. Über den 3-Zonen-Bewegungssensor soll ein großer Erfassungsbereich von 120-Grad abgedeckt werden. Zu den weiteren Kamera-Funktionen zählen Einzelfotos, ein Multi-Shot-Modus für 1-10 Bilder, Foto-Intervalle und die Video-Funktion.

Eindrücke aus der Praxis

Foto- und Videofunktion funktionieren auch nach einem Dreivierteljahr gut, die Auflösung ist solide und lässt das anwechselnde Wild gut erkennen. Auch bei schlechtem Wetter war die Qualität der Aufnahmen vertretbar. Lediglich bei diesigen Verhältnissen ließ die Bildqualität der günstigen Wildkamera zu wünschen. Das Bedienfeld ist übersichtlich gehalten und einfach zu betätigen, auch das Löschen der Fotos sowie ein Verstellen der Parameter gehen leicht von der Hand. Problematisch war, dass die Kamera nicht problemlos mit allen Speicherkarten arbeitet. Allerdings kommt sie bereits fix fertig mit einer 32GB-Speicherkarte sowie den erforderlichen  acht LR6 AA-Batterien. Die Kamera verfügt laut Hersteller außerdem über die integrierte WLAN-Funktion. Diese konnte allerdings trotz passender App bei den beiden Testkameras nicht erfolgreich genutzt werden, stets gab es Verbindungsschwierigkeiten. Ein klares Minus, denn obwohl es sich um eine günstige Wildkamera handelt, wäre eine Übertragung wesentlich praktischer als der Tausch der SD-Karte.

Trotz scharfer Fotos war eine Übertragung aufs Smartphone leider nicht möglich.

Was ist dabei?

Zum Lieferumfang der Kamera gehört eine Wandhalterung, ein Montagegurt, ein USB-Kabel zum Datentransfer, die 32GB MicroSD-Speicherkarte mit SD-Adapter, acht LR6 AA-Batterien für die Energieversorgung und eine Bedienungsanleitung. Die Garantie umfasst drei Jahre. Der Montagegurt ist praktisch und ermöglicht auch schnelle Ortswechsel, je nachdem wo gebrochen oder verfegt wurde. Der Erfassungswinkel von angegebenen 120° ermöglichte auch an Wechsel und Kirrung gute Aufnahmen im Nahbereich sowie auf mittlere Entfernungen von ca. 8 Metern. Die Modi und verschiedenen Intensitäten der IR-LEDs sind praktisch, allerdings blieb außer auf niedrigster IR-Stufe nach wie vor auch bei Nacht ein recht helles blaues Licht beim Auslösen der Kamera. Sauen, Rehwild und Raubwild schienen sich allerdings nicht daran zu stören.

Fazit Günstige Wildkamera

Wir haben für unsere Testkameras jeweils 79,00 Euro bezahlt, damit liegt die Kamera eher im unteren bis mittleren Preissegment. Das Gerät ist robust verarbeitet, die Aufnahmen und die Qualität sind auch bei Videos im Nachtmodus ok. Positiv fiel auf, dass bereits viel Zubehör mitgeliefert wird. Ausgesprochen negativ bewerten wir hingegen die mangelhafte Ausführung der Wifi-Funktion. Mit nassen, klammen Fingern jedes Mal für zwei Waschbärporträts die Karte entnehmen zu müssen, ist frustrierend und nicht praxisgerecht. Auch das blaue Licht ist recht grell, ob es eine negative Wirkung auf Dam- und Rotwild hat, muss sich noch zeigen. Soll die Kamera für Notfälle oder prekäre Standorte dienen, ist sie eine Option.