Am schönsten sind doch wirklich meist die kleinen Jagden

5 Sauen in einem Trieb ©Wilddiebe

Am schönsten sind doch wirklich meist die kleinen Jagden.

Spontan kam der Anruf: „Wir haben Sauen fest”.

Schnell war eine Uhrzeit und ein Treffpunkt ausgemacht.

Am nächsten Morgen ging  es dann mit etwa 12 Schützen, vier Treibern und vier Hunden ins Revier.

Wir wollten an diesem Tag Sölle treiben und versuchten die zu Schaden gehenden Sauen zu finden.

Freigegeben waren Sauen bis 50 Kilogramm, sowie Keiler. Außerdem weibliches Rehwild und Raubwild.

Da es keine klassische Drückjagd war, wurden keine Hochsitze genutzt sondern die Schützen standen alle in Sichtweite um die Sölle herum. Zugelassen war nur der Schuss aus dem Treiben heraus.

Gerold gliederte sich in die Treiberwehr ein. Was wir noch bereuen würden, da Paul reichlich Beute machen sollte und einen Kameramann gut gebrauchen hätte können.

Das erste Treiben sah sehr viel versprechend aus – überall war gebrochen und die Hunde schlugen schnell an.

Man hörte die Hunde Standlaut im Soll geben und immer wieder hört man Einzelschüsse.

Am Ende lagen zwei Füchse, sechs Rehe und eine altkranke Überläuferbache.

Paul konnte sich mit einer alten einzeln ziehenden Ricke beteiligen, die sich vorsichtig aus dem Trieb schleichen wollte.

Nach dem eigentlichen recht erfolgreichen Treiben, fragt sich die Jagdgesellschaft allerdings wo die Sauen denn wohl gesteckt hatte, die für den ganzen Schaden auf den Äckern verantwortlich waren.

Die Antwort fand sich im zweiten Treiben. Es wurde ein Seeufer mit etwas Schilf und Schwarzdornverhauen getrieben.

Paul stand an einer Position, an der er etwas erhöht stand und in eine kleine Grasfläche schauen konnte. Die Treiber legten los und grade als das erste Hundegeläut zuhören war, stand plötzlich keine 60 Meter vor Paul ein einzelnes Stück Schwarzwild.

Angesprochen als Keiler, lag die Sau, die im langsamen Troll aus dem Schwarzdorn kam, im Knall. Der erste Schuss des Treibens.

Paul war wirklich begeistert und freute sich ausgiebig zusammen mit seinem Nachbarschütze, der alles gesehen hatte.

Dabei verpasste Paul dann prompt einen Fuchs!

Also war wieder Konzentration angesagt.

Im Treiben war deutlich zuhören, dass reichlich Sauen drin sein müssten – immer wieder Standlaut, Gegrunze und Gequicke.

Plötzlich bewegte sich der gesamte Dornenbusch vor Paul.

Geschätzte 30 Sauen standen keine 20 Meter vor ihm, doch sehen konnte er nicht eine.

Adrenalin pur.

Als die Treiberwehr näher kam, kamen dann auch die Hunde an die scheinbar gewaltige Rotte.

Eingeschüchtert von den vielen Sauen kamen die Hunde immer wieder aus den Dornen und trauten sich kaum wieder hinein.

Erst zwei Schüsse eines Treiberführers in den Boden brachte wieder Bewegung in die Rotte. Sofort kamen die ersten Sauen bei Paul.

Eine Bache mit zehn Frischlingen.

Leider so verdeckt im langen Gras, dass Paul grade so einen Frischling erlegen konnte.

Zwei Schuss, zwei Sauen. So konnte es weiter gehen.

Die Sauen kamen jetzt auch bei den Nachbarschützen und einige Salven fielen.

Dann wieder ein Knacken vor Paul und vier Frischlinge wollen circa 20 Meter vor Paul über den freien Acker flüchten. KEINE gute Entscheidung.

Nach vier Schüssen lagen drei Frischlinge im Knall. Der letzte Frischling fällt durch Pauls Nachbarschützen. Fünf Sauen auf nur 20 Meter, gewaltig…

©Wilddiebe

©Wilddiebe

Der Rest der Riesenrotte findet eine Lücke und verschwindet unbeschossen aus dem Trieb. Am Ende liegen allerdings zwei Überläufer und zehn Frischlinge.

Mehr geht wohl kaum für solch eine kleine Jagdgesellschaft.

Danach wird die Jagd abgebrochen, weil das zur Verfügung stehende Kühlhaus randvoll ist.

Paul wird mit fünf Sauen und einem Reh Jagdkönig.

Das erste mal in dieser Saison.

Ein unvergesslicher Jagdtag, denn nichts geht über getriebene Sauen!