Tipps zur Jungfuchsbejagung am Heckbau

jungfuchsbejagung_beate_siebern.jpg

Wie bejagen wir effektiv Jungfüchse am Heckbau?

Dies und mehr verrät ein Wildmeister, der sich seine Sporen in einem Münsterländer Niederwildrevier verdienen musste.

Heckbauten im Altholz oder an sonnigen Feldkanten sind recht einfach zu bejagen. Wir stellen bereits im Sommer zwei Ansitzleitern in der Nähe des Baues auf. Eine für Westwind und eine für Ostwind. Störende Zweige und Sträucher können wir bereits jetzt entfernen. Hat eine Fähe erst einmal einen Bau bezogen, würde sie jede Veränderung in der Nähe bemerken und mit dem Geheck ausziehen.

Mit der Waffe

Für den Ansitz planen wir einen kompletten Tag ein. Wir schießen mit Kleinkaliber-Munition, deren Mündungsgeschwindigkeit unter der Schallgeschwindigkeit liegt. Der Geschossknall entfällt dadurch. Die Geschosse der sogenannten Subsonic Patronen sollten eine offene Hohlspitze haben. Bereits im Dunkeln, vor dem Ansitz, platzieren wir einige Kleidungsstücke in den Sträuchern an der windabgelegenen Seite des Baues. Anschließend beziehen wir unseren Ansitzplatz. Wir benötigen etwas Geduld und warten, bis sich nur ein Jungfuchs vor den Röhren aufhält. Das kommt oft genug vor. Erlegte Jungfüchse lassen wir liegen, bis die Aktion beendet ist. Wenn wir vom frühen Morgen bis zum späten Abend ansitzen, haben wir meistens alle Jungfüchse erbeutet. Wie auch immer die Aktion gelaufen ist, am nächsten Tag wird die Bühne leer sein.

Mit der Kastenfalle

Heckbauten, die sich in guter Deckung befinden, können wir mit der Schusswaffe kaum bejagen. Hier kommen gleich mehrere Kastenfallen zum Einsatz. Wir beködern sie mit Räucherfisch oder Hasen- und Kaninchengescheide. Wenigstens dreißig Meter entfernt vom Bau stellen wir die Fallen auf. Die Entfernung ist wichtig, da die Fähe sonst allzu leicht Verdacht schöpfen würde. Mit dieser Methode lassen sich wenigstens einige der Jungfüchse erbeuten.

Mit dem Spaten

Das Ausgraben der Jungfüchse ist die letzte zu wählende Möglichkeit, da sie mühsam ist und den Bau zerstört. Für jeden Naturbau, den wir ruinieren, legen wir einen Kunstbau an. Früher war diese Methode durchaus üblich heute ist sie eher eine Ausnahme.

Rechtzeitige Kontrolle

Ab Februar beobachten wir alle Möglichkeiten im Revier, die als Heckbau in Frage kommen. Frische, große Sandhaufen vor den Röhren zu dieser Jahreszeit sind gute Anzeiger dafür. Beim Transport der erbeuteten Füchse wird oft leichtfertig vorgegangen. Füchse sollten nur in einem fest verschließbaren Behälter ins Auto gepackt werden. Alternativ kann auch den Balg angefeuchtet werden. Dazu taucht man die Füchse in einen Bach oder Tümpel. Am nassen Fell werden die Eier des Fuchsbandwurmes gebunden und fliegen nicht in der Luft umher.