EuroNatur meldet, dass bei einer Treibjagd im polnischen Drawa-Nationalpark in Polen zwei Wölfe von belgischen Jägern erlegt wurden. Dies hat zu heftiger Kritik von Seiten der Naturschützer geführt.
Vielleicht hätten die „Waidmänner“ aus Belgien während der Treibjagd in Polen einen kurzen Moment nachdenken und vor allem sauber ansprechen sollen.
"Verblüffende Ähnlichkeit" mit einem Marderhund - ein Wolf auf der Strecke
© Redaktion Jäger
Dass der Abschuss von gleich zwei Wölfen bei einer Treibjagd ein entsprechendes Echo der Naturschützer haben würde, war doch klar. Ob man es nun gut findet oder nicht: Fakt ist und bleibt, dass der Wolf eine streng geschützte Art ist. Ein eigenmächtiger Abschuss ist daher sowohl juristisch als auch jagdethisch eine heikle Sache, die nicht ohne Folgen bleibt.
Allein deshalb wären die Gastjäger in Polen gut beraten gewesen, wenn sie aus Respekt vor Recht und Gesetz den „Finger gerade“ gelassen hätten.
Die nachgeschobene Erklärung, man habe die Grauhunde mit Marderhunden verwechselt, macht das Ganze eigentlich nur noch schlimmer. Zum einen spricht diese Äußerung nicht dafür, dass sich die Herren wirklich mit jagdbarem Wild auseinander gesetzt haben. Zum anderen haben sie auch gegen eine Grundregel waidgerechten Jagens verstoßen: „Schieße auf nichts, was Du nicht kennst.“. Oder anders: erst sauber ansprechen und dann fliegen lassen.
Insgesamt haben diese Herren der Jägerschaft gerade in Deutschland keinen Gefallen getan. Wenn sich Jagdverbände bemühen, eine wichtige Rolle im Wolfsmanagement zu spielen und versuchen, den berechtigten Anspruch, den Wolf dem Jagdrecht zu unterstellen, durchzusetzen, sind sie vielen Vorbehalten und Vorurteilen in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Unbedachte Aktionen wie die der Herren in Polen sind dabei kontraproduktiv.
Wenn der Wolf ins Jagdrecht soll, wird das nur funktionieren, wenn die Jäger zeigen, dass sie diszipliniert und verantwortungsbewusst mit der Natur und den Geschöpfen umgehen – so wie es ja eigentlich nach den Grundsätzen einer waidgerechten Jagdausübung sein sollte. Wird dies sichtbar, können die Jagdverbände mit einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung rechnen. Illegale Abschüsse machen der Jägerschaft auch über das Thema „Wolf“ hinaus -unnötig- das Leben schwer. Eine zielgerichtete Einbindung der Jäger in das Wolfsmanagement machen sie jedoch fast unmöglich. Deshalb muss die Devise lauten: erst denken, dann handeln.
28.12.2011
Kommentar von Uwe Martens
So eine Position der Jägerschaft hätte im Fall des Wolfabschusses in Altengrabow 2010 gute Signale gegeben in dem die Jägerschaft sich von dem Schützen distanziert der den Wolf angeblich mit Hunden verwechselt hat und vorsichtshalber schoß. 2.)Niedersachsen zeigt as sich die Jägerschaft ins Monitoring als Naturschutzverband einbringen kann ohne das der Wolf im Jagdrecht ist.
Kommentar von outis
Vorneweg: ich bin Jäger und würde niemals auf Elch, Wolf, Luchs und Bär anlegen. Dafür habe ich diese Tiere in Ihrer natürlichen Umgebung (Kanada, Alaska, Nordschweden) lieb gewonnen.
Was ich nicht verstehe ist, warum sich unsere Verbände ein Bein dafür ausreisen diese Tiere ins Jagdrechtzu „holen“?
Lasst doch die Befürworter und Initiatoren dieser undurchdachten und unausgegorenen Aktionen selbst mit den Folgen ihrer romantischen Naturesoterik klarkommen. Ich sehe es kommen, dass wir Jäger aufgrund dieser Jagdrechtsänderung wieder die Sündenböcke sind – werden Schadwölfe, oder -Bären nicht geschossen heißt es: die Jäger tun nichts. Wird ein auffälliges Tier erlegt heißt es wieder: die bösen Jäger, ballern alles über den Haufen was die Nase zum Wald raus streckt (→ Bruno). Ich sehe die entsprechenden Schlagzeilen ind der Zeitung mit den vier Buchstaben schon vor mir.
Ich verstehe den „Nutzen“ einer solchen Aktion nicht - was haben wir Jäger davon das diese Tiere ins Jagdrecht aufgenommen werden?
Was spricht dagegen, dass es bei uns ähnlich gehandhabt wird wie in den Staaten – dort haben die Park- Ranger das Recht Problem- -wölfe & -bären einzufangen oder zu erlegen.