Grüner wird's nicht
Deutsche Wildtier Stiftung
Deva-Institut
News 20.12.2012

Menschen an Hasenpest erkrankt

Nach Medienberichten aus der Region Paderborn hatte die Jagd schon Anfang November nahe dem Ort Meiste stattgefunden. Dabei wurden Hasen getötet, welche Tularämie-Bazillen in sich trugen. An diesen wiederum infizierten sich mindestens vier Personen. Ein Jäger berichtete von schweren Kopf- und Rückenschmerzen und Beulen an den Händen. Nur mit einem speziellen Medikament konnte ihm geholfen werden. Die Presseabteilung der Kreisverwaltung Soest bestätigte inzwischen das Vorhandensein der Hasenpest. Angeblich habe sie die Jägerschaft darüber informiert. Die infizierten Jäger fühlten sich aber nicht ausreichend auf diese Gefahr hingewiesen.

Schützen Sie sich - Tote Tiere können Bakterien übertragen

Tularämie, im Volksmund Hasenpest genannt, ist eine ansteckende Krankheit und wird verursacht durch das Bakterium Francisella tularensis. Sie kann – wie in Meiste geschehen – vom Tier auf den Menschen übertragen werden und ist deshalb als meldepflichtige Tierseuche klassifiziert. In der Tierwelt werden vor allem Nager befallen und sterben meist in zwei Wochen. Auch für den Menschen ist die Hasenpest gefährlich, die Wahrscheinlichkeit, an der Krankheit zu sterben liegt bei behandelten Patienten bei 5%, bei unbehandelten Kranken liegt sie bei 33%. Daher sollten Jäger und andere Personen, die mit erlegtem Niederwild zu tun haben, dies bei akuten Beschwerden ihrem Arzt sagen. Fast immer haben erkrankte Personen hohes Fieber und geschwollene Lymphknoten, je nach Infektionsart können eine Lungenentzündung oder typhusähnliche Symptome wie Durchfall und Bauchweh auftreten. Tularämie muss mit speziellen Antibiotika behandelt werden, reine Breitbandmedikamente reichen nicht aus. Allerdings ist die Krankheit in Deutschland sehr selten, jährlich sollen in der BRD 3 bis 15 Menschen erkranken, in Skandinavien hingegen dreimal so viele. 


Um eine Infektion zu vermeiden sollte man ungeschützen Kontakt mit toten Hasen vermeiden, erst recht, wenn diese nicht frisch erlegt wurden. Ebenso wie beim Verwerten von Schalenwild empfiehlt es sich, Schutzhandschuhe beim Aufbrechen zu tragen. Der Hund sollte ebenfalls keinen Kontakt mit Fallwild haben.


tp