Lasst Bambi seine Mutter

Wiedermal ein Beitrag, in dem die geistlose Argumentationsweise von Jagdgegnern deutlich wird.

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Der Jäger ist Herrscher über Leben und Tod. Über das Leben, wenn er das Wild im Winter füttert, so dass Bambi und Klopfer gut durch die kalte Jahreszeit kommen. Manchmal setzt er sogar noch ein paar Freunde für die beiden aus, damit der Bestand bis zur Jagdsaison schön aufgefüllt ist. Das ist gut für die Trophäenjagd. Und über den Tod, wenn er das fettgefütterte Wild aus reiner Lust am Töten abknallt.

Die Jagd ist damit schon ad absurdum geführt: Erst hegt der Jäger, dann knallt er ab. Nicht weil er uns vor Bambi und seiner Mutter mit den großen braunen Augen schützen muss. Vielmehr weil es ihm Freude bereitet. In Todesangst rast Bambi durch den Wald, wenn das Horn der Treib- und Drückjagden zu hören ist. Und das zu Recht: Das meiste Wild stirbt nicht sofort, sondern verendet nach tagelangen Qualen. Oft mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien.

Seit Jahren fehlen der Jägerschaft Argumente: Der Bestand reguliert sich selbst, wenn nicht durch Fütterung und Jagd eingegriffen wird. Aus Jagdgebieten wandern viele Tiere ab und verbreiten so Krankheiten. Und erst die Jagd drängt das grasliebende Rehwild tief in die Wälder, was zu Schäden in der Forstwirtschaft führt.
Eine jagdfreie Gesellschaft ist keine schöne Träumerei. Im Schweizer Kanton Genf wird seit 40 Jahren nicht mehr auf Wildtiere geschossen mit Erfolg. Nie war die Biodiversität größer. Die Zahl der Vögel und Tiere stieg an und stagniert auf einem gesunden Niveau. Spaziergänger erfreuen sich an Hasen und Hirschen. Die Natur hat sich erholt ohne den Menschen zu schaden. Das zeigt: Die Jagd ist überholt. Seit langem.

Katharina Georgi