Während der Revolutionswirren vor zwei
Jahren begann die Wilderei in den kleinen lokalen Tierbeständen. Im
Chaos der Machtwechsel vermochten weder staatliche noch private
Institutionen den Schutz der Wildtiere aufrecht zu erhalten. Dienten
die ersten illegalen Jagden noch ursprünglich der
Nahrungsbeschaffung in den Wirren der Revolutionen, werden inzwischen
die Tiere aus niederen Motiven bejagt. Dabei werden vor allem
Motorräder und Quads eingesetzt, mit denen die Tiere so lang
verfolgt werden, bis sie erschöpft stehen bleiben. Häufig setzen
die Wilderer keine ausreichenden Jagdgewehre, sondern
unterkalibrierte Kriegswaffen ein. Quads und Motorräder ermöglichen
eine Verfolgung in die unzugänglichsten Gebiete von Sahara und
Atlasgebirge. Laut der Naturschutzorganisation Sahara Conservation
bedroht die illegale Jagd die Bestände der kleinen nordafrikanischen
Gazellen und des Mähnenschafs. In den 1980er und - 90er Jahren
verringerte die unkontrollierte Jagd während der Bürgerkriege im
Tschad und Niger den Bestand der Säbelantilope, die inzwischen nur
noch in Gefangenschaft vorkommt. Staatliche und Nichtstaatliche Naturschutzorganisationen versuchen, in den inzwischen poltisch ruhigeren arabischen Ländern die lokale Tierwelt wieder stärker zu schützen.
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